Strom und Wärme
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| Biogas-BHKW in der LandwirtschaftFür größere landwirtschaftliche Betriebe bietet sich die Biogaserzeugung und dessen Nutzung im BHKW an. Im Fermenter (Faulraum) wird aus Gülle z. B. zusammen mit Grasverschnitt und
weiteren Bio-Abfällen das Biogas unter Luftabschluss ohne Einwirkung von Licht erzeugt.
Unter diesen Bedingungen setzen Mikroorganismen das Substrat in Biogas und
hochwertigen Dünger um. Zur Nutzung im BHKW wird das Biogas
entschwefelt. Aus einer Tonne organischem Abfall können pro Tag 100 m³ bis 160 m³ Biogas erzeugt werden. Dieses entspricht ca. 60 - 95 Liter Heizöl oder 60 bis 95 m³ Erdgas. Mit einem BHKW können daraus rund 200 kWh Strom und 400 kWh Wärme erzeugt werden. Je etwa 10-20 % werden für den Prozessenergiebedarf der Anlage aufgewendet. Der erzeugte Strom sollte wieder ins Netz eingespeist werden (verkauft). Dabei wird der Strom mit 20 Pf pro kWh vergütet (Anlagen bis 500 kW). Besonders landwirtschaftlichen Betrieben mit hohem eigenem Strom- und Wärmeverbrauch sowie Betrieben mit starkem Viehbestand bietet es sich daher an, in eine Biogasanlage zu investieren. So rechnet sich z.B. ein biogasbetriebener 50-kW-Motor, wenn er 400.000 kWh Strom im Jahr erzeugt. Vergütet mit 20 Pf/kWh nimmt der Landwirt dann jährlich zusätzliche 80.000 DM zur Kostendeckung ein. BHKW werden in Biogasanlagen gasgeführt gefahren, die Maschinen laufen, wenn eine ausreichende Menge Biogas vorhanden ist. Der erzeugte Strom wird aufgrund der festgesetzten erhöhten Einspeisevergütung meist ins öffentliche Netz eingespeist, die Wärme zur Beheizung der landwirtschaftlichen Gebäude genutzt. Aufgrund der im Biogas enthaltenen Begleitstoffe (insbesondere H2S) wird das Motoröl je nach Gasbeschaffenheit bereits alle 500 bis 800 Betriebsstunden gewechselt. Bei kleinen BHKW-Anlagen (bis 50 kW elektrisch) empfiehlt es sich für den Betreiber dies in Eigenleistung abzuwickeln, bei größeren BHKW-Anlagen können die Arbeiten im Leistungsverzeichnis des Wartungsvertrages enthalten sein. Die BHKW-Motoren werden zur Emissionsminderung im Magergemischbetrieb gefahren (Luftüberschuss Lamda = 1,3 bis 1,5), damit kann auf den Einsatz eines Katalysators, der im Klärgasbetrieb nur kurze Standzeiten hätte, verzichtet werden.
Besonderheiten zum BHKW-Betrieb mit Biogas
1.
Anforderungen an die Gasbeschaffenheit, um weder dem Gasmotor, noch der
Gasregelstrecke zu schaden: H2S
max.
30 mg/mn³ (ca.
22 ppm)
- Entschwefelung erforderlich HCl
max. 12 mg/mn³ HF
max.
5 mg/mn³ P
max.
3 mg/mn³ As, Pb
max.
5 mg/mn³ Methanzahl:
min. 65 Gasfeuchte:
< 100 % bei Eintritt in die Gasregelstrecke
(eventuell Gastrocknung/Tröpfchenabscheider erforderlich) Schwebeteilchen:
vorgeschalteter Gasfilter erforderlich Es
wird empfohlen
auf den Einsatz eines Oxidationskatalysators zu verzichten, da bereits durch
geringe Restbestandteile von Schwefelwasserstoff im Brenngas Vergiftungsgefahr für
den Katalysator besteht.
Ein Katalysator ist in jedem Fall von der Gewährleistung ausgeschlossen. 2.
Gasvordruck für das BHKW
5 bis 20 mbar 3.
Detonationssicherung Der Einbau einer Detonationssicherung mit Flammensperre in die bauseitige Gasleitung
wird empfohlen. 4.
Heizwasser-Rücklauftemperatur zum BHKW
Rücklaufanhebung auf 65 °C um Taupunktunterschreitung im
Abgaswärmetauscher zu vermeiden 5.
Ölwechselintervalle je nach Gasbeschaffenheit erfahrungsgemäß alle 500 bis 800 Betriebsstunden
mineralisches Motorenöl
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